Bonner Heimspiel für ein kleines Detail der Fernsehgeschichte

Wer hätte das gedacht? Der rote Schalter, mit dem Vizekanzler Willy Brandt 1967 Farbe ins deutsche Fernsehen brachte, kam aus Bonn! Genauer gesagt vom Bonner Unternehmen Klöckner-Moeller, das seit 2010 unter EATON firmiert. Eines der in den 1960er Jahren gefertigten Modelle hat jetzt seinen Weg ins Deutsche Museum Bonn gefunden, wo die Geschichte des PAL-Farbfernsehens erzählt wird.

Heute sagt man dazu »Buzzer« und sieht ihn in fast jeder Spieleshow. Ursprünglich handelt es sich aber um ein elektronisches Bauteil, das als Notausschalter von technischen Maschinen und Anlagen eingesetzt wird. Diese sogenannten »Pilztaster« dienten und dienen noch immer dazu, im Gefahrenfall die Stromzufuhr zu unterbrechen. Daher auch die rote Signalfarbe. Der »Buzzer« war und ist nur eines von vielen Produkten, die Eaton herstellt.

»Eaton bietet energieeffiziente Lösungen, die unseren Kunden dabei helfen, elektrische, hydraulische und mechanische Energie zuverlässiger, effizienter, sicherer und nachhaltiger zu nutzen. Die innovativen Produkte und Lösungen finden ihren Einsatz in der Industrie, in Gebäuden, in Stromnetzen oder auch in Flug- und Fahrzeugen. Unsere breite Produktpalette ist in nahezu allen Industriezweigen der Welt wiederzufinden« erklärt Geschäftsführer Christof Spiegel jetzt bei der Präsentation im Deutschen Museum Bonn.

»Das passt gut zum Deutschen Museum, das ja immerhin von einem der Pioniere der Elektrifizierung in Deutschland gegründet wurde, Oskar von Miller«, freut sich Museumschefin Dr. Andrea Niehaus. Hier schmückt der »Buzzer« nun im »SchlauSpielhaus«, das Kindern und Familien eine erlebnisorientierte Zeitreise bietet, den Bereich der 1960er Jahre. »Wir bauen damit eine schöne inhaltliche Brücke zu einem bekannten Bonner Unternehmen«, ist sich Niehaus sicher. Anknüpfungspunkt in der Sammlung ist die bahnbrechende Entwicklung des PAL-Farbfernsehens, zu dem das Deutsche Museum Bonn die entscheidenden Teile ausstellt. Dessen Erfinder Walter Bruch hatte 1963 in einem Keller des Forschungslabors von Telefunken in Hannover mit dieser Anlage zeigen können, wie man die bisher geläufige Technik aus den USA verbessert. Bald darauf gelang dem PAL-System in Europa der Durchbruch – den er sich allerdings mit dem französischen SECAM-Verfahren teilen musste.

Auch Antonio Casellas, der Vorsitzende von WISSENschaf(f)t SPASS - Förderverein für Bildung und Innovation im Rheinland e.V. bedankt sich bei Christof Spiegel für die Unterstützung des Museums durch dieses besondere Schaltelement der Technikgeschichte. Er begrüßt zugleich EATON als neues Mitglied, dem Museums-Leiterin Dr. Andrea Niehaus den Förder-Award des Vereins überreicht hat. »Wir sind stolz auf ein weiteres namhaftes Unternehmen der Region in unseren Reihen, das so hilft, junge Menschen für Technik und Naturwissenschaften zu begeistern«, sagt Casellas.

Mit dem roten Schalter verhält es sich 1967 in jener Anekdote der Geschichte übrigens so: Willy Brandt redet auf der Berliner Funkausstellung erst über die Vorzüge des Farbfernsehens, bevor er gewissermaßen den »Startschuss« gibt. Dafür muss er laut Plan auf besagten roten Knopf an seinem Pult drücken, der allerdings nur eine Attrappe ist. Seine Hand ist noch in der Schwebe, da wird das Bild bereits bunt. Der für den Wechsel zuständige Techniker im Übertragungswagen ist nervös geworden und hat zu früh den Hebel umgelegt.

Willy Brandt gibt den Startschuss für das Farbfernsehen:
https://www.youtube.com/watch?v=f-5B9cM2XyI

 

Pressemitteilung zum Download 

Fotos:

Bild 1: Museumsleiterin Dr. Andrea Niehaus und Geschäftsführer Christof Spiegel weihen ein neues Exponat ein: Mit einem solchen roten Schalter der Firma EATON startete 1967 das deutsche Farbfernsehen.

Bild 2: Technik verbindet – vor dem originalen PAL-Farbfernseher im Deutschen Museum Bonn fällt der Startschuss für die Mitgliedschaft des Unternehmens EATON im Förderverein für Bildung und Innovation im Rheinland e.V. WISSENschaf(f)t SPASS. Museumsleiterin Dr. Andrea Niehaus überreicht Geschäftsführer Christof Spiegel den Förder-Award.

Für weitere Informationen:

Dr. Andrea Niehaus, Deutsches Museum Bonn, Ahrstraße 45, 53175 Bonn
Tel. 0228 - 302 252, Fax 0228 - 302 254,
E-Mail: info@deutsches-museum-bonn.de,

www.deutsches-museum-bonn.de

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